home
winkelstereoskop
teilbildgestaltung
phänomenologie und analyse
fotografisch erstellte teilbilder
psychologischer übungsgewinn
download
kontakt
Phänomenologie und Analyse virtueller Raumgebilde (10/17)
Wie prägt es sich aus, wenn ein scheibenförmiges, ein schmales längliches oder gar spitzes Gebilde so angeordnet wird, daß ein Ende davon eine größere und das andere Ende eine geringere Raumtiefe aufweist als die Raumtiefe, die eine umgebende Farbfläche durch reine Verwertung der Querdisparation hat?

1. Die umgebende Farbfläche wird von dem eigenständigen Gebilde teilweise durchstoßen. Man hat den Eindruck, daß dort die Farbfläche durchsichtig ist (G-002, G-006, G-007).

2. Es kommt zu einer konkaven Verformung der umgebenden Farbfläche, deren Raumtiefe sich bis zum entfernten Ende des eigenständigen Gebildes zunehmend vergrößert. Die Farbfläche selbst gewährt keine Durchsicht (G-003,H-001, H-004, H-005).

Wir gehen davon aus, daß sich das Zusammenspiel von Querdisparation und diesen anderen Raumbilddeterminanten bei allen Betrachtern gesetzmäßig nach den gleichen Regeln vollzieht. Wahrscheinlich kommt es bei intakter Sehfähigkeit nur in kleinem Rahmen zu individuellen Abweichungen. Auffällig ist es schon, daß für das stereoskopische Ergebnis letztlich ausschlaggebend sein kann, was ein Betrachter zeitlebens erfahren hat. Von Belang sind sicherlich die inneren Einstellungen, die sich bei ihm verfestigt haben. Zudem ist ja die Lernfähigkeit von Anfängern auf dem Gebiet der Stereoskopie recht erstaunlich. Auswirkungen haben selbst suggestive Beeinflussungen. Dennoch darf man nicht, wie das immer wieder geschieht, zur Erklärung empirischer Befunde voreilig auf den Erfahrungsfaktor zurückgreifen. Erinnert sei an die kritischen Aussagen der Gestaltpsychologie zur Rolle der Erfahrung (s. Wolfgang Metzger: Gesetze des Sehens. Frankfurt/Main, 1953). weiter
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17