Das genannte Beispiel bogenförmiger Überspannung zeigt uns außerdem, daß eine virtuelle Einheit ein benachbartes Areal farblich angleichen und einbeziehen kann. Solcher Tendenz folgt das mittlere Band der Überspannung, das für die Wahrnehmung gar nicht vorhanden sein dürfte, aber es dennoch ist. Unter dem durchsichtigen Abschnitt zeigt sich ein farbig getönter Grund. N-006 bietet dazu ein schlagendes Gegenbeispiel. Trotz gleicher Form und Querdisparation zeigt hier das virtuelle Objekt andere Raumstrukturen. Eine bogenförmige Überspannung setzt sich bei N-006 nur durch, solange man sich das intensiv vorstellt. Ohne solche Anstrengung streckt sich gewöhnlich dem Betrachter links und rechts je ein dünnwandiges Gebilde dunklerer Farbe entgegen, und das fast senkrecht zum breitflächigen Grund.
Wenn die Querdisparation von Bildelementen nicht im Einklang steht mit den Überschneidungsverhältnissen im realen Teilbild, kommt eine Ergänzungstendenz zum Zuge. Was beim realen Teilbildpaar von
Z-002 teilweise überdeckt ist, wird im virtuellen Raumbild wahrnehmbar ergänzt. Das ergänzte Flächenstück paßt sich zusammen mit den unmittelbar angrenzenden Flächen des gleichen Bildelementes der Raumtiefe an, die es ohne Überdeckung von vornherein hätte. Es wird als durchsichtig erlebt, und gesehen wird jetzt darunter das ursprünglich überdeckende Bildelement, das seine Farbqualität beibehält. Die Ergänzungstendenz büßt eventuell viel von ihrem Einfluß ein, wenn im realen Teilbild die Flächen anders eingefärbt sind
(Z-001, Z-003,
Z-004). Soweit das nach anfangs schwankendem Eindruck geschieht, passen sich die angrenzenden Flächenabschnitte des teilweise überdeckten Bildelementes jener Raumtiefe der durchgängig erlebten Fläche an. Das überdeckte Flächenstück selbst ist dann nicht mehr anschaulich vorhanden. Die Raumtiefe aller freien Enden bleibt davon unberührt. In N-001 wird ja die bogenförmige Überspannung durch ein Mittelband ergänzt, wofür es ebenfalls keine direkte Reizgrundlage gibt.
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