Phänomenologie und Analyse virtueller Raumgebilde (15/17)
Von den Größenverhältnissen ist es mitabhängig, daß dann, wenn eine kleinere Fläche sich im virtuellen Raumbild hinter einer ausgedehnteren Fläche befindet, diese ausgedehntere entweder durchsichtig wirkt oder die Form eines Hohlkörpers erhält (Gruppe V). Anschauliche Durchsicht stellt sich ein, wo die Größe der beiden Flächen sehr verschieden ist. Nähert man jedoch die Flächengrößen einander an, setzt sich stattdessen ab einem bestimmten Größenverhältnis die Hohlkörperform durch.
Unterschiedliche Farbtöne der gleichen Elemente im linken und rechten Teilbild verschmelzen gewöhnlich binokular zur homogenen Mischfarbe, sofern deren Helligkeit nicht zu sehr voneinander abweicht. Bei ungleichmäßiger Ausleuchtung hingegen mögen die Farbtöne des lichtstärkeren Teilbildes dominieren. Mischfarben ergeben sich ebenso, wenn ein buntfarbiges Teilbild und ein Teilbild, das nur aus Grautönen besteht, stereoskopisch miteinander verschmelzen. Wiederum hängt es von der jeweiligen Beleuchtungsintensität ab, was für eine Farbausprägung im Raumbild erlebt wird. Im Extremfall kann sich sowohl das vollfarbige als auch das ganz unbunte Teilbild durchsetzen. Abklärungsbedürftig ist, ob linkes und rechtes Auge unter gleichen Beleuchtungsbedingungen zur gleichen Farbabstufung gelangen. Um zu verhindern, daß beim stereoskopischen Betrachten mit der Lupe ein feines Punktmuster dominant hervortritt, ist es geboten, das zu verkleinernde Teilbild mit genügend hoher Auflösung auszudrucken. weiter