Phänomenologie und Analyse virtueller Raumgebilde (16/17)
Die Erkenntnis, daß retinale Querdisparation durch andere Raumbilddeterminanten produktiv ergänzt wird, führt uns zwangsläufig zur kritischen Frage, inwieweit beispielsweise bei Fusion von fotografisch aufgenommenen Teilbildern im Mikrobereich das erzeugte Raumbild die realen dreidimensionalen Strukturen eines Objektes tatsächlich darzustellen vermag. Einwände betreffen auch die stereoskopisch angeschauten Weltraumbilder. Ideal ist unsere Methode für das Bearbeiten und das stereoskopische Betrachten von Digitalfotos am Farbmonitor. Jeden Bearbeitungsschritt kann man da wieder sofort überprüfen und korrigieren. Die erzeugbaren Raumbilder sind erstaunlich brillant. Das verkleinerte Teilbild fusioniert mit dem größeren Teilbild auf dem Farbmonitor. Für die Anwendung des Verfahrens spricht nicht zuletzt die Kostenersparnis, die man dabei hat.
Unser stereoskopisches Prinzip haben wir im Jahr 1998 entdeckt. Seit dem Jahr 2000 konnten wir auf Tagungen der „Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie” das neue Winkelstereoskop öffentlich zeigen. Das Betrachtungsgerät nennen wir so, weil sich ein rechtwinkliges Profil ohne jede Sonderausstattung dafür eignet, bei den speziellen Bildvorlagen einen Raumeindruck zu vermitteln. Tauglich als ein solches Stereoskop ist schon ein dünnes Buch, dessen Einbanddeckel zum Winkelprofil aufgeschlagen wird. Das verkleinerte Teilbild wird auf die inneren Buchseiten gelegt, während das andere und vergrößerte Teilbild auf dem Tisch oder an der Wand seinen Platz findet. Der Einbanddeckel hat die Funktion einer senkrechten Trennwand. Diese sollte aber genügend hoch sein, damit das verkleinerte bzw. nähere Teilbild ohne optische Hilfsmittel auf der Netzhaut des betrachtenden Auges scharf genug abgebildet wird. Außerdem ist es angezeigt, für das Teilbild, das auf der Auflagefläche des Winkelprofils dargeboten wird, eine etwas größere Bildbreite von 3 cm - 5 cm zu wählen. Es ist ratsam, ein relativ steifes Druckerpapier im Format DIN A5 oder DIN A6 zu bedrucken, und zwar je nach Auflagefläche des Winkelprofils entweder im Hochformat oder im Breitformat, doch stets im Anschluß an den linksseitigen Rand. Das alles trifft auch für die verkleinerten Teilbilder von X-001 und X-002 zu, wenn diese wie ihre auf der waagrechten Tischplatte plazierten Fusionspartner ohne Linsenoptik schräg von oben her angeschaut werden müssen.
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