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Phänomenologie und Analyse virtueller Raumgebilde (3/17)
Nun finden sich Beispiele stereoskopischer Art, wo für den Eintritt und die Ausprägung eines Raumeffektes anscheinend allein die Querdisparation maßgebend ist. Einfluß darauf nehmen je nach Reizvorlage auch andere Raumbilddeterminanten. Im komplexen Zusammenspiel strukturiert sich das, was anschauliche Räumlichkeit hervorbringt. Gerechtfertigt ist andererseits die Annahme, daß es beim normalen Sehen zu Erlebniskopplungen gekommen ist, die sich in der stereoskopischen Raumwahrnehmung widerspiegeln.

In der Stereoskopie setzt die Meßbarkeit einen Unterschied in der Erscheinungsqualität der virtuellen Objekte. Meßbar sind Objekte, die im Raumbild vor der stereoskopischen Teilungsebene plaziert sind. Diese genau bestimmbare, aber nicht anschaulich hervortretende Teilungsebene gliedert nach dem Kriterium direkter Meßbarkeit den virtuellen Gesamtraum in zwei Teilräume, und zwar in einen Teilraum, dessen Objekte sich mit einem durchsichtigen Lineal direkt messen lassen, und in einen Teilraum mit Objekten, die sich derartiger Meßbarkeit entziehen. Von der Art des stereoskopischen Verfahrens ist es abhängig, ob der virtuelle Gesamtraum wahrnehmbar ist oder ob sich nur ein Teilraum davon öffnet, bei dem es gänzlich ausgeschlossen bleibt, Meßdaten in unserem Sinne zu erheben. Spiegel-, Linsen- und Prismenstereoskop sowie die gängigere Methode freiäugigen Betrachtens stellen alle virtuellen Objekte in diesen reduzierten Teilraum. Unser Winkelstereoskop, das Anaglyphen- und Polarisationsverfahren öffnen dagegen den virtuellen Gesamtraum und können jeden der gleichzeitig vorhandenen Teilräume mit Objekten besetzen. Veranschaulicht wird das durch Gruppe B und C. Empfohlen wird, die einzelnen Teilbilder zum stereoskopischen Betrachten ausgedruckt auf den Tisch zu legen. Das DIN-A4-Format eignet sich gut für Vorlagen mit dem Zusatz "gr". Der Fusionspartner "kl" wird dagegen für das Winkelstereoskop passend verkleinert. Um bei gegebener Linsenoptik des Winkelstereoskopes zu vermeiden, daß sich Raumbilder verzerren, ist es angezeigt, hinsichtlich der ausgedruckten Bildgröße unterhalb bestimmter Grenzwerte zu bleiben. Man muß ausprobieren, was am günstigsten ist. Uns erstaunt, wie klar die mit Parallelblick bewirkte Teilbildfusion virtuelle Raumstrukturen ausprägt, obschon erlebte Tiefe hier nicht direkt meßbar ist. weiter
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