Phänomenologie und Analyse virtueller Raumgebilde (8/17)
Stets fragen wir uns, was sich im virtuellen Bildraum zur Einheit zusammenschließt. Die stereoskopische Teilbildfusion bei künstlich erzeugter Querdisparation ruft nun nicht bloß jenes Erlebnis dreidimensionaler Raumstrukturen hervor, denn daneben manifestieren sich am virtuellen Objekt vielfältige Eindrucksqualitäten, die es zu beschreiben gilt. Ferner registriert man die nach dem Kriterium der Meßbarkeit zu unterscheidende Art des Bildraumes, dem ein virtuelles Objekt zugewiesen wird. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir realen Zeichenspuren, die einer Korrektur unterliegen und deren Umsetzung in eine virtuelle Erlebnisqualität gehemmt wird. Letztlich suchen wir nach Gesetzmäßigkeiten der optischen Wahrnehmung, indem wir die Abhängigkeit des phänomenologisch Erfaßten von den äußeren Auslösebedingungen zu analysieren versuchen. Unser raumbildstiftendes Verfahren ermöglicht es, Vorlagen einfach und rasch umzugestalten. Man variiert die Querdisparation von Teilbildelementen und wechselt in Verbindung damit Größe, Form und Farbe.
Beim stereoskopischen Betrachten der Fusionspartner unserer Teilbildsammlung begegnen wir a) Raumbildern, die uns nur von ihrer ästhetischen Wirkung her ansprechen, b) Raumbildern, die bezüglich der einflußnehmenden Determinanten aufschlußreich sind und c) Raumbildern, die sowohl ästhetisch wirken als auch für uns wahrnehmungspsychologisch relevant sind.
Bei den unter a) genannten Raumbildern begnügen wir uns mit bloßer Anschauung, während wir diejenigen unter b) und c) auch analysieren möchten. In diesem Rahmen ersparen wir es uns aber, jedes aussagekräftige Raumbild im Text gesondert zu erläutern. Wir greifen auf exemplarische Fälle zurück, wodurch uns außer der Querdisparation der Einfluß der verschiedenen Raumbilddeterminanten eindeutig belegt wird. Diesen wollen wir nachspüren und sie identifizieren. Dargelegt sei, was die vielen von uns mit dem Winkelstereoskop durchgeführten Versuche erbringen. weiter